"Ankommen" hat viele Seiten - Stimmen aus der Hoffnungsgemeinde

"Ankommen" hat viele Seiten - Stimmen aus der Hoffnungsgemeinde

"Ankommen" hat viele Seiten - Stimmen aus der Hoffnungsgemeinde

# Ho Hoffnungszeichen

"Ankommen" hat viele Seiten - Stimmen aus der Hoffnungsgemeinde

Wir haben uns in der Hoffnungsgemeinde umgehört und drei Menschen danach gefragt, was ihnen zum Stichwort »Ankommen« einfällt.


Den Schritt wagen  

"Beim Stichwort »Ankommen« denke ich sofort daran, als ich von Leipzig hier nach Frankfurt umgezogen bin. Das war vor drei Jahren, mitten in der Coronazeit.  

Es ist schön, dass ich jetzt viel bei meiner Familie sein kann. Es ist aber auch ein großer Schritt, weil man viel Gewohntes, vor allem die Freunde zurücklässt. Aber zum Glück gibt es ja Telefon. Mit meinen Freundinnen telefoniere ich ganz regelmäßig. Ein bisschen musste ich mich auch daran gewöhnen, dass ich nicht mehr meine alten Möbel bei mir habe. Dem trauere ich schon ein bisschen hinterher.  

Aber das alles wiegt nicht das Glück auf, das ich habe, bei meinen Kindern zu sein. Wenn meine Enkel aus dem Urlaub kommen, dann rufen sie laut: Oma, Oma! Das gibt mir wieder viel Kraft. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Rasselbande hier in der Nähe habe.  

Und wunderbar finde ich auch, wie ich in der Gemeinde angekommen bin. Das ist einfach spitze! Beim Seniorencafé oder auch beim Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst. Dadurch fühle ich mich nicht so allein."

Barbara Ludwig ist 78 Jahre und vor drei Jahren aus Leipzig zu ihrem Sohn und seiner Familie nach Frankfurt gezogen. In unserer Gemeinde fühlt sie sich sehr willkommen.

   

 

Landloser als der Wind  

Ein Junge auf der Suche nach Licht,

manchmal verloren und manchmal gefunden.

Landloser als der Wind, einen Ort,

an dem er verloren geht

und die Lichtlöcher den Weg erhellen.

Wo kein Platz ist,

sondern ein Gefühl des Seins.

Das Leben bereitete ihm bittere Tage

und noch bitterer wurde es,

als er aus religiösen und politischen Gründen

sein Mutterland verlassen musste.

Das Mutterland ist ein Ort,

an dem ihm die Umarmung der Großmutter,

die Größe des Großvaters,

die Liebe der Mutter und die warmen Hände des Vaters

eine wertvolle Bedeutung haben.

Im Moment des Abschieds konnte er in den Gesichtern seiner Freunde und Bekannten deutlich erkennen,

dass er vielleicht nie wieder die Gelegenheit haben würde,

sie wiederzusehen.

Ja, das Leben ist manchmal sehr ekelhaft.

Er musste in einem anderen Land ein neues Leben

aus dem Nichts beginnen. Das bedeutet eine andere Kultur, andere Sprache, andere Menschen,

ein Leben voll seltsamer Ereignisse und

natürlich einer unbekannten Zukunft.

Eines genügt ihm, um immer mit Hoffnung zu leben,

und das ist der blaue Himmel, der überall gleich ist.

Aus all seinen Erfahrungen hat er gelernt,

dass der Weg der Menschheit seine Lichter findet

und beleuchtet bleibt.

Die Bedeutung jedes Ortes liegt in der Anwesenheit

von uns Menschen und der guten Erinnerung,

die wir hinterlassen.

Ja, ich bin der Junge,

der kein Land mehr hat als der Wind.

Hamed Shabaani ist 39 Jahre und arbeitet als Kinderpfleger im Kinderhaus Matthäus. Der gebürtige Iraner hat zunächst Architektur, später Graphic Design und Visual Communication in Teheran studiert. Aus politischen Gründen hat er 2014 Teheran verlassen und lebt seitdem mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Deutschland.

     

Freunde finden  

Im Sommer bin ich an eine neue Schule gewechselt und bin dort sehr gut angekommen. Da wir nette Lehrer und Lehrerinnen haben, fällt mir auch der Unterricht leichter. Ich war aber froh, dass ich vor dem ersten Schultag wenigstens ein Mädchen schon einmal zu einem Eis getroffen hatte, so dass ich überhaupt jemanden kannte.

Jetzt habe ich schon einige weitere Freunde und Freundinnen gefunden.


Dorothea Hamacher ist 11 Jahre. Sie hat im Sommer ihre Grundschulzeit beendet und ist an eine weiterführende Schule gewechselt. Im letzten Jahr war sie bei den Hoffnungkids dabei, das hat ihr viel Spaß gemacht.

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